06.06.2010

Bildung und Familie stehen im Mittelpunkt

Perspektiven aufzeigen und an die Region binden

Wirtschaftsjunioren | Der Hofer Kreisverband will auch im Jahr nach der Feier anlässlich des 30. Jubiläums Akzente setzen. Eines der wichtigsten Ziele des Netzwerks ist es, jungen Leuten Perspektiven aufzuzeigen und sie an die Region zu binden.

Hof - Momentan ist viel vom Sparen die Rede angesichts der schwierigen Haushaltslage von Bund, Ländern und Kommunen. Nur bei den Themen Bildung und Familie soll es nach überwiegender Meinung keine Einschnitte geben. Dr. Mitja Ganz, Kreissprecher der Hofer Wirtschaftsjunioren (WJ), hält das für richtig. "Deutschland lebt als rohstoffarmes Land von klugen Köpfen. Deshalb müssen wir in Zukunft noch mehr auf Bildung setzen", sagt der 37-Jährige. Auch die Förderung von Familien sei aufgrund der demografischen Entwicklung besonders wichtig. "Wenn wir hier nicht gegensteuern, bekommen wir in vielen Bereichen erhebliche Probleme - zum Beispiel bei den Sozialsystemen."

Weiterhin wollen die Hofer Wirtschaftsjunioren ebenso wie der gesamte WJ-Bundesverband "ehrbares Unternehmertum" fördern, ihr Netzwerk national und international ausbauen und sich für mehr Innovationen sowie einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen einsetzen.

Patenschaft für Schüler-Café


Die Nachwuchsförderung liegt den jungen Unternehmern und Führungskräften besonders am Herzen. "Im Bildungsbereich initiieren und unterstützen wir Projekte von der frühkindlichen Bildung bis zum Studium und der Erwachsenenbildung", führt Ganz aus. Als Beispiel nennt er die Kooperation mit dem Clever Kids Planet, der in privater Initiative entstanden ist und heute als zweisprachiger Kindergarten in Nordbayern weitgehend eine Alleinstellung hat. "Wir helfen dieser Einrichtung, wo wir können. Der Kindergarten hat uns im Gegenzug bei unserer 30-Jahr-Feier ermöglicht, eine Kinderbetreuung anzubieten." Hauptschulen sehen die WJ Hof vor allem vom Image her belastet. "Das wollen wir ändern", erklärt Ganz. "Viele Schüler zeigen großes Engagement und haben beachtliche praktische Fähigkeiten. Sie verdienen eine Chance."

So hat der Kreisverband eine Patenschaft für das Schüler-Café "Chill out" an der Münsterschule übernommen. Regelmäßig treffen sich die Wirtschaftsjunioren mit den Schülern, um ihnen bei Problemen zu helfen oder mit ihnen über aktuelle Fragen zu diskutieren. Auch Vorträge von Fachleuten, etwa über Finanzen, Recht, Steuern oder zuletzt Business-Etikette, stehen für die Hauptschüler auf dem Programm. Darüber hinaus prämiert der Kreisverband zusammen mit der Industrie- und Handelskammer jährlich die Praktikumsberichte der Hofer Hauptschüler. Dabei geht es nach Aussage von Ganz aber nicht nur um die Auszeichnung der Besten, sondern auch darum, den Nachwuchs im letzten Schuljahr zum fleißigen Lernen zu motivieren und ihm schließlich auch Tipps für eine spätere Bewerbung zu geben.

Netzwerkbildung hilft


Ganz und seine Mitstreiter unterstützen neben der Hofer Ausbildungsmesse auch die 2009 erstmals mit großem Erfolg ausgerichtete "Contacta". Diese Messe bringt die Gymnasiasten der 11. und 12. Jahrgangsstufe mit der heimischen Wirtschaft in Kontakt. Unter dem Motto "Schüler als Bosse" vermitteln die Wirtschaftsjunioren Hof und Fichtelgebirge den Schülern zweitägige Praktika in über 30 Unternehmen der Region. Dabei soll der Nachwuchs die Gelegenheit erhalten, entweder einem leitenden Angestellten oder sogar dem Geschäftsführer im beruflichen Alltag über die Schulter zu schauen. "Wir wollen den jungen Leuten zeigen, dass sie in der Region eine Perspektive haben", sagt WJ-Vorstandsmitglied Markus Vogler.

Der Jungunternehmer fühlt sich bei den Wirtschaftsjunioren sehr wohl. "Man kann hier nicht nur sehr gut Netzwerke knüpfen, sondern sich auch gesellschaftlich engagieren. Diese Mischung macht Spaß", unterstreicht Vogler. Er ist froh darüber, dass die Organisation nicht parteipolitisch geprägt ist. "Der politische Meinungsaustausch zwischen den Mitgliedern ist deshalb sehr konstruktiv."

Neu im Vorstand der Hofer WJ ist Jörg Waller. Der 38-Jährige war zehn Jahre lang beruflich in München tätig, ehe er wieder nach Hof zurückkehrte. An seiner oberfränkischen Heimat schützt er nach eigenem Bekunden neben den geringeren Lebenshaltungskosten vor allem auch die tolle Natur. "Unsere Region hat wirklich etwas zu bieten", betont Waller. Für sein großes Hobby, das Skifahren, findet er nun sogar mehr Zeit als früher. "Ich war seit meiner Rückkehr schon öfter im Fichtelgebirge unterwegs als in meiner Münchener Zeit in den Alpen."

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